Honig-Lexikon
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A
Akazienhonig (Sorte)
Ein Blütenhonig, der aus Ungarn importiert wird. Eine kleine bis mittlere Menge wird auch im Tessin produziert. Akazienhonig stammt vorwiegend von der Robinie, der so genannten falschen Akazie. Seine Farbe ist zartgelb. Er hat einen lieblichen Geschmack. Durch seinen hohen Gehalt an Fruchtzucker bleibt er lange flüssig.
Alpenrosenhonig (Sorte)
Er wird nur in kleinen Mengen in den Alpen gewonnen. Seine Farbe ist Wasserhell bis Hellgelb und sein Geschmack fruchtig bis sehr süss. Er bleibt 3 bis 6 Monate flüssig.
Arbeitsaufwand (Herstellung)
Für 1 kg Honig zweimal um die Erde. Kein zweites Nahrungsmittel wird mit einem nur annähernd vergleichbaren Aufwand produziert wie der Honig. Immerhin muß eine Bienenarbeiterin für 1 kg Honig rund 40.000mal ausfliegen und dabei etwa 60 Millionen Blüten besuchen. Die Bienen eines Volkes legen eine Strecke zurück, die dem dreifachen Erdumfang entspricht. Bei günstiger Witterung kann ein Bienenvolk an einem einzigen Tag die Grundlagen für ca. 1-3 kg Honig einbringen.
B
Bestandteile
Honig besteht überwiegend aus dem sogenannten Invertzucker (ca. 70 %). Das ist ein Gemisch aus Frucht- und Traubenzucker. Der Wassergehalt beträgt bis zu 21 %. Darüber hinaus sind weitere Zuckerarten (je nach Sorte in verschiedenen Mengen), Mineralstoffe, Enzyme, Säuren und andere organische Verbindungen enthalten.
Die zahlreichen Aromastoffe — es sind über 100 — verleihen dem Honig je nach Sorte einen charakteristischen Geschmack und Geruch und tragen zu seiner Beliebtheit bei jung und alt bei. 100 g Honig haben »nur« 1270 kJ bzw. 300 kcal.
Blütenhonig (Sorte)
Der Blütenhonig wird Ende Mai nach der Blütezeit der Obstbäume und der Wiesenblumen geschleudert. Er besticht durch seine goldene Farbe. Je nach der dominierenden Pflanzenart kann die Farbe auch bis ins Weiße übergehen. Der Blütenhonig kann nach kurzer Zeit kristallisieren. Bei der Gewinnung ist der Honig klar und dickflüssig. Im Laufe der Lagerzeit wird er jedoch fest, da der Traubenzucker, der im Honig enthalten ist, kandiert. Je höher der Anteil an Traubenzucker, desto schneller setzt dieser natürliche Vorgang ein (z.B. Raps- oder Kleehonig). Überwiegt jedoch der Fruchtzucker, bleibt der Honig ein bis zwei Jahre flüssig (z.B. Wald- oder Akazienhonig).
Der Créme-Honig wird aus Blütenhonig hergestellt. Der Blütenhonig hat die Eigenschaft, innerhalb kurzer Zeit zu kristallisieren und ist nicht mehr so gut streichfähig. Aus diesem Grund wird während dem Kandieren der Honig während mehreren Tage umgerührt, damit sich die Kristalle abrunden und der Honig schön cremig wird und auch bleibt. Da der Honig in unserer Imkerei nicht erwärmt wird, behält er auch alle guten Inhaltsstoffe und Eigenschaften.
C
Creme Honig (Sorte)
siehe Blütenhonig
D
E
Eukalyptushonig (Sorte)
Dieser dickflüssige Honig wird aus dem Nektar des Eukalyptusbaumes gewonnen. Seine Heimat sind die riesigen Eukalyptuswälder an der Westküste Australiens. Die Farbe schwankt zwischen Gold- und Dunkelbraun. Der Geschmack ist malzartig. Bleibt lange flüssig.
F
Fluggeschwindigkeit (Bienenvolk)
bis zu 30 km/h, das entspricht ca. 250 Flügelschlägen pro Sekunde
G
Gelée Royale
Das königliche Gelée ist er Futtersaft den die Arbeiterbienen an die Königin und einen Teil der Drohnenbrut verfüttern. Durch Gabe dieses Futtersaftes wird gesteuert ob aus einem befruchteten Ei eine Königin oder eine Arbeiterin wird.
H
Haltbarkeit
Wegen seines hohen Zuckergehalts ist er unbegrenzt haltbar. Trotzdem sollte er immer trocken, kühl (bei 14 bis 16 Grad) und an einem dunklen Ort aufbewahrt werden. Da Honig wasser- und geruchsanziehend ist, muss er immer gut verschlossen gelagert werden.
Heidehonig (Sorte)
Wird in Norddeutschland, Frankreich und Spanien gewonnen. Heidehonig ist ein geleeartiger, dickflüssiger Blütenhonig, der sehr schnell kristallisiert. Seine Farbe schwankt zwischen Hellrötlich und Rotbraun. Der Geschmack ist aromatisch, fast herb.
I
J
K
kaltgeschleudert
Die Bezeichnung „kalt geschleudert“ darf nur bei besonders sorgfältiger Gewinnung, Lagerung und Abfüllung des Honigs verwendet werden. Kalt geschleuderte Honigarten weisen bestimmte, nachprüfbare Qualitätsmerkmale (Wassergehalt, HMF-Wert, Enzymaktivität) auf.
Kastanienhonig (Sorte)
Kastanienhonig aus dem Tessin hat eine hell- bis dunkelbraune Farbe. Sein Geschmack ist kräftig und herb bis bitter. Er bleibt längere Zeit flüssig.
Kleehonig (Sorte)
Dieser Blütenhonig kommt aus Mitteleuropa, Neuseeland und Kanada. Er ist schön cremig, hat einen lieblichen Geschmack und eine fast weisse bis rotgoldene Farbe. Kleehonig ist feinkörnig und besonders streichfähig, weil er während der Kristallisation täglich gerührt wird.
Körpergewicht (Bienenvolk)
Königin: ca. 250 mg, Arbeitsbiene: ca. 90 mg, Drohne: ca 180 mg
Kraftstoffverbrauch (Bienenvolk)
Eine Biene verbraucht ca. 100 mg Zucker pro Flugstunde
L
Lagerung
Damit das einzigartige Aroma und die empfindlichen Inhaltsstoffe möglichst lange erhalten bleiben, sollte Honig kühl, trocken, geruchsneutral und dunkel gelagert werden. Das wichtigste ist aber, dass der Honig gut verschlossen in dem Gefäß gelagert wird. Ansonsten nimmt der Honig aus der Umgebung Wasser und Fremdgerüche auf und wird ungenießbar.
Lebensdauer (Bienenvolk)
Königin: 4-5 Jahre, Arbeitsbiene: 50-60 Tage, Drohne: einige Wochen
Lindenhonig (Sorte)
Lindenhonig wird in der ganzen Schweiz gewonnen, allerdings ist das Angebot klein. Seine Farbe ist Hell- bis Dunkelgelb und die Geschmacksnuancen können von herb-bitter bis mentholartig reichen. Lindenhonig kristallisiert nach 3 bis 6 Monaten.
Löwenzahnhonig (Sorte)
Löwenzahnhonig wird auf der Alpennordseite der Schweiz in kleinen bis mittleren Mengen gewonnen. Seine Farbe ist goldgelb und sein Geschmack fruchtig. Er kristallisiert bereits ca. 1 Monat nach der Ernte.
M
N
O
Orangenblütenhonig (Sorte)
Er stammt aus Gegenden, in denen Zitrusfrüchte angebaut werden, vor allem aus Italien, Spanien und Kalifornien. Dieser meist flüssige Honig wird wegen seines feinen Aromas sehr geschätzt. Er hat eine goldgelbe Farbe.
P
Pollen
Pollen sind der Haupteiweißlieferant für den Bienennachwuchs. Die nährstoffreichen Blütenpollen enthalten Eiweiß, Fett, Hohlenhydrate, Vitamine A, B1, B2, B6, B12, C, D, E, K und Spurenelemente Kupfer und Eisen.
Presshonig (Herstellung)
Presshonig wird mit Druck aus der Wabe herausgepresst. Geschieht dies unter Erwärmung, heißt das Produkt Seimhonig.
Propolis (Sorte)
Das Kittharz Propolis braucht die Biene zur Gesundheitsvorsorge. Sie stellt es aus dem Harz der Blattknospen oder der Rinde bestimmter Bäume (vor allem Pappeln) und eigenen Fermenten her. Mit diesem Kittharz wird der Stock vor Luftzug, Kälte und Krankheitserregern geschützt, denn es wirkt wie ein natürliches Antibiotikum oder Desinfektionsmittel gegen Bakterien, Viren und Pilze. Propolis ist als das stärkste natürliche Antibiotikum bekannt. Es enthält verschiedene antibakterielle Stoffe und kann deshalb im Gegensatz zu den pharmazeutisch hergestellten Antibiotika nicht zu Resistenzen im Körper führen. Die konservierende Wirkung von Propolis haben schon die alten Ägypter geschätzt, denn sie nutzten es zum Einbalsamieren ihrer Mumien. Die Bienen kleiden mit Kittharz ihren ganzen Stock aus, und auch Fremdkörper oder Kadaver von Eindringlingen, die im Stock gefunden werden, werden in mühevoller Arbeit mit dem desinfizierenden Harz überzogen.
Propolis ist das wertvollste und wichtigste Hygienemittel der Bienen. Es besteht im Wesentlichen aus Harzen, Wachs, Ölen und unlöslichen Bestandteilen. Ausserdem enthält es wertvolle Spurenelemente (z.B. Zink, Eisen, Kupfer) und Vitamine (z.B. Vitamin B, E). Beim Menschen ist es sehr wirksam bei Infektionen im Mund- und Rachenraum.
Q
R
Rapshonig (Sorte)
Rapshonig wird in grossen Mengen auf der Alpennordseite der Schweiz gewonnen. Seine Farbe ist Hellgelb bis Weisslich, sein Geschmack ist fruchtig und erinnert leicht an Kohl. Er kristallisiert bereits ca. 1 Monat nach der Ernte.
S
Salbeihonig (Sorte)
Dieser dünnflüssige Blütenhonig aus dem Nektar der unscheinbaren Salbeiblüte kommt aus Südeuropa und Kalifornien. Er hat eine helle Bernsteinfarbe und schmeckt pikant-fruchtig. Weil er nur in geringen Mengen produziert wird, gilt er als besondere und darum teure Kostbarkeit.
Sammelleistung (Bienenvolk)
pro Sommer und Volk ca. 50 kg
Scheibenhonig (Sorte)
siehe Wabenhonig
Schleuderhonig (Sorte)
Schleuderhonig wird durch Schleudern der geöffneten (entdeckelten) Waben gewonnen. Die Fliehkraft wirft den Honig heraus.
T
Tannenhonig (Sorte)
Ein dünnflüssiger Honigtau-Honig, der in Deutschland, Frankreich, Polen, Jugoslawien, Tschechien und der Slowakei und auch auf der Alpennordseite der Schweiz gewonnen wird. Er stammt von der Weiss- und Rottanne. Seine Farbe ist tief dunkelbraun bis grünlich schwarz. Sein Geschmack ist besonders malzig und harzig. Er bleibt längere Zeit flüssig.
Tragfähigkeit (Bienenvolk)
ca. 60 mg pro Sammelflug bzw. 75% des Körpergewichts oder 4 Mio. Pollenkörner pro Flug
U
V
Viskosität
Die Konsistenz eines Honigs hängt vor allem von der trachttypischen Zusammensetzung des natürlichen Zuckers ab. Enthält ein Honig besonders viel Fruchtzucker (Fruktose), so bleibt er lange flüssig. Ist dagegen mehr Traubenzucker (Glukose) enthalten, kristallisiert er schon bald nach der Ernte aus. Auch die Fermente (Enzyme) im Honig bewirken eine Umwandlung der Zucker. Deshalb kristallisiert Honig mit der Zeit aus und wird umso fester, je länger er lagert.
W
Wabe
Die Waben sind wahre Wunderwerke: extrem platz- und materialsparend. Bei einem Eigengewicht von nur 150 g kann eine Wabe bis zu 4 kg Honig enthalten.
Wabenhonig (Sorte)
Wabenhonig, besteht aus den gefüllten Waben, die zerteilt und dann als Stücke vermarktet werden.
Waldhonig (Sorte)
Das ist Honig, der die Bienen vor allem von der Rot- oder Weisstanne holen. Um Waldhonig herzustellen, "melken" die Bienen Blattläuse. Die Läuse ernähren sich vom Saft der Bäume und scheiden dabei eine zuckrige Flüssigkeit aus, den sogenannten Honigtau. Diesen nehmen die Bienen auf und verarbeiten ihn zu Tannenhonig, wie sie Blütennektar zu Blütenhonig verarbeiten.
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